Der Friedensnobelpreis 2014 würdigt den Kampf für die Rechte der Kinder

Nobelpreisträger unter sich - unterschiedlicher aber könnten die Wirkungen kaum sein.
Nobelpreisträger unter sich – unterschiedlicher aber könnten die Wirkungen kaum sein.

Nach Menschenrechtsaktivisten, Rüstungsgegnern und Umweltschützern lenkt das Osloer Nobelpreiskomitee den Blick wiederum weg von der großen Politik und der klassischen Diplomatie, hin zu den kleinen Friedensstiftern dieser Welt.

Die Auszeichnung der erst 17-jährigen Malala Yousafzai aus Pakistan und des 60-jährigen Kailash Satyarthi aus Indien kann in vielfacher Hinsicht wohltuende Wirkung entfalten. Sie rückt die Kinder und ihre Rechte in den Vordergrund; sie hebt das Recht auf Bildung hervor, das ohne Zweifel der Schlüssel für Entwicklung und Gerechtigkeit ist; sie ermutigt jeden einzelnen, nach seinen Kräften das Menschenmögliche für eine bessere Welt zu tun.

Die ungleichen Preisträger haben beide auf ihre Weise den oft gehörten Einwand entkräftet, dass einer allein doch nichts bewegen kann. Die Botschaft lautet: Jeder kann einen Beitrag leisten, gleichgültig, wie alt er ist, welchen Glauben er hat, in welchem Land er lebt.

Die Teilung des Preises macht ihn zugleich zu einer aktuellen Mahnung für den Frieden. Gerade in diesen Wochen spitzt sich der indisch-pakistanische Dauerkonflikt wieder zu. Drohgebärden und Waffengewalt heizen die brenzlige Situation zwischen den beiden Atommächten an. Die grenzüberschreitende Auszeichnung kann ein Signal zum Innehalten, zur Deeskalation sein.

Mehr als ein Hoffnungswert, das haben unzählige Preisvergaben der Vergangenheit gezeigt, verbindet sich damit allerdings nicht. Die Stärkung der Vereinten Nationen blieb aus, der Konflikt im Nahen Osten ist verfahrener denn je, US-Präsident Barack Obama hat die in ihn gesetzten Friedenshoffnungen bitter enttäuscht. Und wenn man sie an ihrem Umgang mit Flüchtlingen oder mit der Lage in der Ukraine misst, hat auch die Europäische Union den Ansporn zu mehr Friedenswirken und Gerechtigkeit noch nicht beherzigt.

Vielleicht sind am Ende die kleinen Friedensstifter die besseren Preisträger. Das Osloer Nobelkomitee ist häufig für seine Entscheidung gescholten worden. Die Wirkung, die der Preis entfaltet, wird nicht messbar werden. Doch die Unerschrockenheit und Beharrlichkeit auszuzeichnen, den Mut und die Zivilcourage, mit denen die beiden aktuellen Preisträger für eine friedlichere Welt eintreten, entzieht sich solcher Kritik. Der Friedensnobelpreis hat sich verändert, weil sich die Welt verändert hat. Die jedes Jahr aufs neue als potenzielle Preisträger gehandelten Prominenten wie Helmut Kohl oder der Papst wären ohne Zweifel die schlechtere Wahl.

Bildquelle: Malala Yousafzai Oval Office 11 Oct 2013, Pete Souza – White House (P101113PS-1119) [Public domain], via Wikimedia Commons

Klima-Gipfel ein Dokument des Versagens der Weltgemeinschaft

Klimaschutz-Konferenzen. Im Endergebnis nur enttäuschende Kompromisse. Der Klimaschutz ist der Politik offenbar nicht systemrelevant.
Klimaschutz-Konferenzen. Im Endergebnis nur enttäuschende Kompromisse. Der Klimaschutz ist der Politik offenbar nicht systemrelevant.

Appelle, Absichtserklärungen, vage Versprechen: Der Klimagipfel von New York hat einmal mehr das Versagen der Weltgemeinschaft an den Herausforderungen der Zukunft dokumentiert. Das ist ein Trauerspiel. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Menschheit. Tatenlosigkeit ist keine Option. Dennoch verharren die Regierungen gerade jener Länder, die am stärksten zu Treibhauseffekt und Erderwärmung beitragen, in Untätigkeit. Und: Sie schämen sich nicht einmal mehr.

Die Zeiten, in denen große Gipfeltreffen der Weltgemeinschaft Meilensteine der Entwicklung markierten, sind vorüber. Der Erdgipfel von Rio 1992 weckte große Erwartungen. Sie wurden allesamt enttäuscht. Dem verantwortungslosen Raubbau an den natürlichen Ressourcen sollte Einhalt geboten, das Plündern des Planeten gestoppt werden. Nachhaltigkeit hieß das Gebot der Stunde. Das Wort ist zwar noch in aller Munde, doch zu der notwendigen umfassenden und durchdringenden Handlungsleitlinie hat es bis heute nicht gereicht.

Das Kyoto-Protokoll von 1997 war für den globalen Klimaschutz ohne Zweifel auch ein Meilenstein. Doch das Vorhaben, es zu verlängern und gleichzeitig zu erweitern, ist von Gipfel zu Gipfel gescheitert. Lange waren die USA die weltweit größten Klimasünder, lange waren sie es auch, die ein Folgeabkommen blockierten.

Inzwischen haben damalige Schwellenländer beim Energieverbrauch kräftig aufgeholt. China stößt heute die meisten Treibhausgase aus und hat sich allem Anschein nach die Strategie der folgenlosen Versprechungen zu eigen gemacht. In New York gab es wieder nur Vertröstungen. Derweil verrinnt die Zeit und die Hoffnung schwindet, die Erderwärmung noch stoppen zu können.

Den Worten nach hat US-Präsident Barack Obama eingesehen, wovor seine Vorgänger im Amt die Augen verschlossen. Die Klimakatastrophe ist von Menschen gemacht, und die ersten Folgen sind auch in den USA bereits zu spüren. Extreme Wetterereignisse plagen die Menschen, Stürme, Waldbrände, Überschwemmungen häufen sich. Doch die Taten, für die es allerhöchste Zeit wäre, lässt auch Obama noch schleifen.

Zugleich ist die Entschlossenheit der Europäer, beim Klimaschutz voranzugehen, ins Stocken geraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich dereinst in der Rolle der Klima-Queen gefiel, tritt mit dem Thema kaum noch in Erscheinung. Das Hauptaugenmerk der Regierenden liegt auf der Wirtschaft, und das überwunden geglaubte Denken, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht vertragen, greift wieder Raum.

Die direkten Folgen treffen mit Wucht die armen Länder im Süden, die am wenigsten Verantwortung für den Klimawandel tragen. Die Erderwärmung verschärft die Armut und den Hunger, heizt gewaltsame Konflikte und Flüchtlingsbewegungen an, bedroht Artenvielfalt und Lebensräume, sprich: auch die mittelbaren Folgen bleiben nicht regional begrenzt. Der Klimaschutz wird zu einer Überlebensfrage der Menschheit. Es muss eine globale Antwort geben. Da verbietet es sich, kurzsichtig nationale Eigeninteressen zu verfolgen und sich aus der Verantwortung zu stehlen. Doch, wie gesagt: Das Scheitern wird von Gipfel zu Gipfel ungenierter, das Versagen zur Routine. Eine Schande.

Bildquelle: Wikipedia. „Klimaschutz-Logos“ von Wissen – Eigene Zusammenstellung (Wissen). Über Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Klimaschutz-Logos.jpg#mediaviewer/File:Klimaschutz-Logos.jpg